Best Practice


Tuch und Trapez, Akrobatik und Einrad

Der Sonnenberg ist innerhalb der Stadt Chemnitz mit einem negativen Image belegt. Hier wohnen viele Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Der Anteil der Alleinerziehenden sowie junger Menschen ist höher als in anderen Stadtteilen.

Im Zelt von Birikino trainieren 9- bis 16-Jährige wöchentlich Tuch und Trapez, Akrobatik und Einrad. Sie treffen sich nachmittags im Zirkus Birikino, einem Projekt des Don Bosco Hauses Chemnitz. Hier hat sich ein Bündnis, bestehend aus Mittelschule, Förderschule, Stadtteilgenossenschaft und Zirkus, gegründet. Erste Kurse sind schon erfolgreich durchgeführt worden; das Bündnis wird die Kurse weiterführen und sein Angebot mit Projektwochen erweitern. Zentrales Ziel des lokalen Bündnisses ist es, ein Netzwerk zu schaffen, durch das Kinder und Jugendliche mit erhöhtem Förderbedarf und andere benachteiligte Kinder und Jugendliche noch besser erreicht werden. Außerdem möchte das Bündnis mit dem Projekt das Image des Stadtteils aufwerten.

 

Zirkuskurs im Zirkus Willibald

Wilhelmsburg ist der kinderreichste Stadtteil Hamburgs. Doch als Kind in Wilhelmsburg zu leben, ist nicht immer leicht. Viele Familien sind arm, mit Arbeitslosigkeit und damit oft mit Hoffnungslosigkeit konfrontiert. Die meisten Freizeit- und Kulturangebote sind aufgrund der Kosten für die Kinder nicht erreichbar. Im Zirkus Willibald, in Trägerschaft des Bürgerhauses Wilhelmsburg, haben die Kinder eine Möglichkeit, aus ihrem Milieu ab und zu auszusteigen und andere Perspektiven zu erleben. Im Zirkuskurs können sie künstlerisch arbeiten, sich entfalten und lustvoll lernen. Das vielfältige Spektrum einer Zirkusaufführung ermöglicht den Kindern eine kreative Freizeit. Mit dem Schreiben von Texten, dem Mitwirken bei Musik, Licht- und Tontechnik, Kostüm- und Bühnenbild, Multimedia und Öffentlichkeitsarbeit können sie eine komplette Zirkusvorführung mitgestalten. Ziel des lokalen Bündnisses – das aus dem Zirkus, der Stadtteilschule Wilhelmsburg und dem Turnclub Wilhelmsburg besteht – ist, ein nachhaltiges Zirkusangebot für die Kinder im Stadtteil zu installieren.

 

Campus Eastside

Im Berliner Stadtteil Friedrichshain, direkt am Ostbahnhof, steht ein Zirkuszelt vom Kinder- und Jugendzirkus Berlin. Hier haben in den letzten sechs Monaten mehrere Projektwochen, Ferienprojekte und Zirkuskurse für Kinder aus dem Kiez stattgefunden. Das Besondere an diesem Projekt ist, dass Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Altersgruppen zusammenkommen. 5- bis 16-jährige trainieren zusammen mit dem Ziel, die Übergänge von einem zum anderen Bildungsträger positiv zu gestalten. Durch den Verbund von Kita, Träger der Jugendhilfe, der Grund- und Oberschule dient der Zirkus als Treffpunkt heterogener Gruppen. Höhe- und Zielpunkte des Bündnisses sind die öffentlichen „Kiez-Kulturtage“, bei denen erlernte, erdachte und erarbeitete Stücke durch die Kinder und Jugendlichen präsentiert werden.

 

Eine kleine Reise in die Zirkuswelt

Anfang des Sommers sind 40 Kinder aus den Bremer Stadtteilen Huckelriede, Hohentor, Hemelingen und Steintor gemeinsam mit der Circusschule Jokes verreist. Sie kommen aus Schulen, die als Inklusionsschulen mit Behinderten und Nichtbehinderten arbeiten. Das Projekt war eine kleine Reise in die Zirkuswelt, in der verschiedene traditionelle und moderne Zirkusdisziplinen sowie künstlerische Ausdrucksformen erlernt werden konnten. Dabei wurden motorische, kognitiv-intellektuelle sowie affektiv-emotionale Fähigkeiten und Fertigkeiten im Dreiklang angesprochen. Nach der Projektfahrt haben die Kinder weiterhin die Möglichkeit, in Bremen Zirkus zu trainieren. Ab Oktober 2013 hat Jokes ein eigenes Zirkuszelt in Huckelriede und das Bremer Bündnis für Bildung arbeitet dort mit Projektwochen und Kursen weiter für die Kinder im Stadtteil.

 

Willkommen im Zirkus

Die Kinder der Schule am Königstor in Berlin sind erst seit kurzer Zeit in Deutschland. Viele haben eine Flüchtlingsbiografie und durch die Schule und Jugendsozialarbeit erhalten sie Unterstützung, um die Integration in der neuen Lebenswelt zu erleichtern. Der Zirkus Zack aus Berlin möchte in seinem lokalen Bündnis mit der Schule und dem Verein Stützrad durch das Projekt „Willkommen im Zirkus“ aktiv zur Verbesserung und Bereicherung der Lebensumstände der Zielgruppe beitragen. Grundgedanke des Projekts ist, dass jeder eine Geschichte zu erzählen hat. Diese soll mittels der Bewegungskünste im Projekt einen Raum bekommen und in einer gemeinsamen Aufführung erzählt werden. Mit dem Projekt sollen die jungen Menschen die Fähigkeit erlangen, sich in ihrem Sozialraum selbstbewusst zu verhalten und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Das Projekt hat Modellcharakter und soll als Erfahrungsgrundlage für weitere Projekte mit der Zielgruppe dienen.