Projektformate von Zirkus macht stark

Zirkus Jokes Bremen

Für die Umsetzung zirkuspädagogischer Projekte hat Zirkus macht stark verschiedene Formate und dazugehörige Musterkalkulationen entwickelt.  In begründeten Ausnahmefällen sind Abweichungen von den Formaten möglich. Diese müssen eng mit Zirkus macht stark abgestimmt werden.

Für alle Formate steht die Beschäftigung mit den artistischen Disziplinen im Vordergrund, sie können ergänzt werden durch Elemente des Theaters, des Tanzes, der Musik, Bühnenbildgestaltung etc.

Ziel ist es, durch die zirkuspädagogische Arbeit das selbstbestimmte, selbstreflektierte und zielgerichtete Lernen zu fördern. Die öffentlichen Präsentationen bieten die Möglichkeit, das Erlernte zu präsentieren und dadurch die Selbstwahrnehmung und das Selbstbewusstsein zu verbessern.

Zirkusmachen ist attraktiv und erfordert keine besonderen Voraussetzungen. Trotz des niedrigschwelligen Ansatzes können künstlerische Leistungen erreicht werden, die nicht nur die Akteur*innen und Zuschauer begeistern, sondern bis zu den Familien gelangen.

Zirkuskurs

Zirkuskurs von 2 Stunden pro Woche mit einer Dauer von 20 Wochen, außerhalb der Schulzeit bzw. in der Kita-/Hortzeit. Die Teilnehmer*innenanzahl kann je nach den örtlichen Gegebenheiten variabel sein und von den vorgegebenen 25 Teilnehmer*innen der Musterkalkulation abweichen, muss aber mindestens 12 Teilnehmer*innen betragen. Der Betreuungsschlüssel soll – den Besonderheiten der jeweiligen Teilnehmenden entsprechend – 1:6 betragen. Das heißt, dass bei 25 Teilnehmenden 4 Fachkräfte und mindestens 1 Ehrenamtliche*r, möglichst jedoch 4 Ehrenamtliche, in den Projekten tätig sein sollen.

Der Zirkuskurs ermöglicht eine eingehende Beschäftigung mit verschiedenen artistischen Disziplinen, beispielsweise Akrobatik, Jonglage, Pyramidenbau, Luftartistik, Sprungakrobatik, Seillaufen, Kugellaufen, Stelzenlaufen u. ä., aber auch mit anderen Zirkusbereichen wie Kostümschneiderei, Bühnenbild- und Plakatgestaltung, Musikauswahl und -begleitung, Nutzung von audiovisuellen Medien, Licht- und Tontechnik bis zum Schreiben eines Textbuchs und die Öffentlichkeitsarbeit.

Die Teilnehmenden werden in 3 bis 4 Zirkusgruppen (künstlerischen Disziplinen) unterrichtet. Der Schwerpunkt liegt in den artistischen Disziplinen. Es ist aber sinnvoll, wenn sich einige der Teilnehmenden zusätzlich mit zirkusspezifischen Aufgaben wie Begleitmusik, Kostüm- und Bühnenbildgestaltung beschäftigen und sich damit das Gesamtkunstwerk Zirkus erschließen. Audiovisuelle Medien sollen genutzt werden, um das Training bzw. die Abschlussshow zu dokumentieren und in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Ein Kurs muss mit einer öffentlichen Vorführung abgeschlossen werden.

Für Kurse in Kitas werden Empfehlungen für bestimmte Artistikdisziplinen sowie künstlerische Methoden gegeben (Best-Practice-Beispiele und das Handbuch für Zirkusworkshops von Luise Bollmann). In der Artistik für Vorschulkinder liegt der Schwerpunkt naturgemäß in einer spielerischen Beschäftigung mit Zirkusdisziplinen wie Akrobatik, Äquilibristik, Jonglieren. Bei älteren Hortkindern können auch anspruchsvollere Disziplinen wie Sprungakrobatik, Luftartistik, Seillaufen trainiert werden.
Alter der Zielgruppe: 3-15 Jahre

Zirkuswoche

Eine Zirkuswoche als Ferienangebot ohne Übernachtung geht über 5 Tage mit 6 Stunden täglichem Training. Die Teilnehmer*innenanzahl kann je nach den örtlichen Gegebenheiten variabel sein und von den vorgegebenen 25 Teilnehmer*innen der Musterkalkulation abweichen, muss aber mindestens 12 Teilnehmer*innen betragen. Der Betreuungsschlüssel soll – den Besonderheiten der jeweiligen Teilnehmenden entsprechend – 1:6 betragen. Das heißt, dass bei 25 Teilnehmenden 4 Fachkräfte und mindestens 1 Ehrenamtliche*r, möglichst jedoch 4 Ehrenamtliche, in den Projekten tätig sein sollen. Eine Zirkuswoche findet in der Regel an einem besonderen Ort der kulturellen Bildung, einem Zirkuszelt oder einem speziellen Zirkusraum statt.

In der Zirkuswoche ist, wie beim Zirkuskurs, auf die Einhaltung des Betreuungsschlüssels zu achten. Abweichungen von den Vorgaben sind im Antrag schlüssig nachzuweisen. Beispielsweise kann eine Zirkuswoche auf 6 Tage verlängert werden, wenn es Eltern sonst nicht möglich wäre, die Abschlussvorführung zu sehen. Abweichungen vom Betreuungsschlüssel können ebenfalls erforderlich sein, wenn es sich bei den Teilnehmenden um behinderte oder stark verhaltensauffällige Kinder/Jugendliche handelt. Der Zielgruppe entsprechend ist im Betreuungsteam eine pädagogische oder sozialpädagogische Fachkraft für die speziellen Fragestellungen der benachteiligten Teilnehmer*innen zuständig.
Alter der Zielgruppe: 3-15 Jahre

Zirkuscamp

Beim Zirkuscamp über 5 Tage mit Übernachtung über 5 Tage mit einer Abschlussveranstaltung können Kinder und Jugendliche im gesamten Zeitraum gemeinsam trainieren und ihre Freizeit gestalten. Die tägliche Trainingszeit beträgt 9 Stunden und wird ergänzt durch weitere gemeinschaftliche Aktivitäten (gemeinsames Essen, kleinere Gruppenspiele etc.). Im Verlauf des Aufenthalts erarbeiten die Teilnehmenden kleine artistische Darbietungen, die in einer Abschlussvorstellung vor Publikum präsentiert werden.

Hierbei ist es in besonderem Maße möglich, soziale Kompetenzen auszubilden und Gemeinschafts-gefühl, Verantwortungsbewusstsein und Toleranz zu fördern. Von großem Wert sind dabei inklusive Maßnahmen und der Fakt, dass viele der Teilnehmenden aufgrund ihrer sozialen Lage sonst kaum Möglichkeiten haben, einmal aus ihrem Umfeld herauszukommen. Ehrenamtliche können auch hier in vielen Bereichen tätig werden, beispielsweise in der Betreuung der Teilnehmenden, als Unterstützung bei der Essensversorgung, bei Transport und Pflege von Requisiten, Kostümen und ggf. Bühnenbild, bei Transport und Begleitung der Teilnehmenden oder in der Freizeitgestaltung.

Modell für ein fünftägiges Camp: 1. Tag: Anreise, Kennenlernen bzw. Aufbau des Camps, Vorstellen der artistischen Angebote, erstes Training, kleine Präsentationen, gemeinsame Gestaltung der Freizeit; 2. – 4. Tag Zirkustraining, Aufbau von Darbietungen und deren Präsentationen, gemeinsame Freizeitgestaltung; 5. Tag: Proben der Darbietungen und des Programmablaufs, Abschlussvorstellung und Verabschiedung.
Alter der Zielgruppe: 9-15 Jahre

Zirkusworkshop

In einem Workshop über vier 4 Stunden als offenes Angebot können entweder Kinder mit Schnupperangeboten an den Zirkus herangeführt werden. Boder bereits in der Artistik erfahrene Kinder und Jugendliche können in eine für sie neue Artistikdisziplin „hereinschnuppern“ oder sich mit neuen Darbietungsformen, etwa des zeitgenössi¬schen Zirkus, vertraut machen. Um die Kinder für die Artistik zu interessieren, sind möglichst breitgefächerte, niedrigschwellige Mitmachangebote zu machen.

Erfahrungen zeigen, dass ein Zeitrahmen von 4 Stunden erforderlich ist, um die Kinder für das Mitmachen zu interessieren, sie verschiedene Angebote ausprobieren zu lassen und schließlich zielgerichtet mit ihnen einige Tricks zu üben, damit ein Erfolgserlebnis vermittelt werden kann. Die Teilnehmenden müssen die Möglichkeit haben, sich in Ruhe mit den verschiedenen Angeboten zu beschäftigen, Vertrauen zu den Anleitenden aufzubauen und zumindest einige kleine Grundfertigkeiten zu erlangen.

Mit Workshops können eine Vielzahl von Kindern erreicht werden. Sie sind als Einstieg für Projekte wie Zirkuskurse oder Zirkuswochen gut geeignet. Die Zielgruppe kann zum Beispiel bei Stadtteilfesten, auf einem Spielplatz oder in einem Jugendzentrum angesprochen werden. Das offene Angebot richtet sich auch an Kinder und Jugendliche, die vor verbindlicheren Formaten zurückschrecken. Die Artistik hat einen sehr hohen Aufforderungscharakter, der zum Mitmachen animiert.
Alter der Zielgruppe: 3-15 Jahre

Zirkusworkshoptreffen

Das Workshoptreffen soll als Mittel der Begegnung, des Austausches und der Weiterbildung genutzt werden, um in den lokalen Bündnissen eine stetige Qualitätssteigerung zu fördern.
Alter der Zielgruppe: 12-18 Jahre

An einem Zirkus-Workshoptreffen mit bundesweiter Beteiligung über 3 Tage bzw. 27 Stunden Trainingszeit können 120 Teilnehmende im Alter von 12 bis 18 Jahren teilnehmen, die aus den Bündnissen kommen. Bei diesen Treffen erfolgt mit dem gemeinsamen Training und den Aufführungen von mehreren Zirkusgruppen ein intensiver Austausch der Kinder und Jugendlichen aus ganz unterschiedlichen Gegenden, verbunden mit den Vorteilen eines Camps.
Alter der Zielgruppe: 12-18 Jahre

Regionale Fortbildung

Eine Regionale Fortbildung für Ehrenamtliche auf lokaler Ebene geht über insgesamt 8 Stunden. Bei ihr werden sowohl artistische wie pädagogische Fähigkeiten vermittelt, die gerade beim Sozialen Zirkus in großem Maße erforderlich sind.
Alter der Zielgruppe: 14-18 Jahre, sowie ältere Ehrenamtliche

Das Thema einer Fortbildung ergibt sich entweder aus dem jeweiligen Bedarf des antragstellenden Bündnisses (ist aber offen für Ehrenamtliche aus anderen Bündnissen), oder es wird vom Projektbüro vorgegeben, um die Ehrenamtlichen verschiedener Bündnisse für die Arbeit mit einer bestimmten Zielgruppe (z. B. Geflüchtete, Menschen mit Behinderungen) zu qualifizieren. Der Inhalt der Fortbildungen entspricht dem spezifischen Charakter der jeweiligen Projekte und Zielgruppe, z. B. die zirkuspädagogische Arbeit mit Geflüchteten, gruppendynamische Prozesse, lernmotivationsfördernde Methoden der Zirkuspädagogik oder auch praktische Anleitungen in artistischen Disziplinen mit Schwerpunkten auf Körperwahrnehmung und Sicherungstechniken.

Der Inhalt der Fortbildungen entspricht dem spezifischen Charakter der jeweiligen Projekte und Zielgruppe, z. B. die zirkuspädagogische Arbeit mit Geflüchteten, gruppendynamische Prozesse, lernmotivationsfördernde Methoden der Zirkuspädagogik oder auch praktische Anleitungen in artistischen Disziplinen mit Schwerpunkten auf Körperwahrnehmung und Sicherungstechniken.

Um sicherzustellen, dass Ehrenamtliche aus den Bündnissen erreicht werden, müssen die Teilnehmenden bei der Anmeldung das Förderkennzeichen ihres Projekts angeben. Nach einer Weiterbildung in artistischen Disziplinen sollen sie als Assistierende der Trainer*innen eingesetzt werden. Liegt der Schwerpunkt auf sozialpädagogischen Themen, ist ihre Begleitung der gruppendynamischen Prozesse, der Sozialarbeit mit den Teilnehmenden, die sich aufgrund ihrer sozialen Benachteiligung als Randgruppe empfinden, sehr wertvoll. Die in den Bündnissen tätigen Ehrenamtlichen sollen flächendeckend qualifiziert werden, um die erfolgreiche Durchführung und nachhaltige Wirkung von Maßnahmen sowie die mittel- und langfristige Wirksamkeit und den Fortbestand von Bündnissen zu sichern.
Alter der Zielgruppe: 14-18 Jahre, sowie ältere Ehrenamtliche

Fortbildung Sozialer Zirkus

Eine Fortbildung „Sozialer Zirkus“ läuft über insgesamt 10 Tage à 8 Stunden für und richtet sich an Jugendliche oder für Ehrenamtliche, die als Trainer*innen arbeiten möchten. Ziel ist es, die Teilnehmer*innen zu befähigen, ihre Kenntnisse und Fertigkeiten an sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche weitergeben zu können. Sie entwickeln damit vielfältige personale, soziale und pädagogische Kompetenzen. Wie bei den Regionalen Fortbildungen reicht das Spektrum der Ausbildungsmodule über den Rahmen der Artistik hinaus und umfasst auch sozialpädagogische Themen, die der Spezifik des Sozialen Zirkus, d. h. der zirkuspädagogischen Arbeit mit der speziellen Zielgruppe der sozial- und bildungsbenachteiligten Kinder und Jugendlichen, entsprechen. Ziel der Fortbildungen ist es, Jugendliche aus der Zielgruppe und Erwachsene aus den lokalen Bündnissen so stark zu machen, dass sie selber benachteiligte Kinder und Jugendliche als Assistent*innen der Fachkräfte anleiten können. Bei der Interessensbekundung für die Teilnahme an einer Fortbildung muss dargestellt werden, in welcher Form die Teilnehmer*innen nach deren Abschluss eingesetzt werden wollen. Das müssen vorrangig die Bündnisse sein, aus denen die Jugendlichen kommen, oder auch andere Bündnisse von „Zirkus macht stark“. Zum Abschluss bekommen die Teilnehmer*innen der Fortbildung Zertifikate überreicht.

Die Fortbildungen wurden in Zusammenarbeit mit dem Cirque du Soleil speziell für die Arbeit mit der Zielgruppe der benachteiligten Kinder und Jugendlichen entwickelt und werden nur innerhalb von „Kultur macht stark“ angeboten.
Alter der Zielgruppe: 14-18 Jahre, sowie ältere Ehrenamtliche